
Wege zum Glück soll ein Auffangort für Menschen sein, die gerade Unterstützung brauchen – für Einzelpersonen ebenso wie für Familien.
Ganz gleich, ob psychische Belastungen, schwierige Lebenssituationen, soziale Krisen, Krankheit oder andere Herausforderungen das Leben gerade schwer machen: Bei uns soll ein geschützter Raum entstehen, in dem Menschen gesehen, aufgefangen und auf ihrem eigenen Weg begleitet werden.
Warum dieser Ort entsteht
Es gibt Kinder, für die ein ganz normaler Nachmittag auf dem Spielplatz plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist.
Kinder, deren Alltag aus Krankenhauszimmern, Untersuchungen, Medikamenten und Angst besteht.
Kinder, die aufgrund ihrer Erkrankung oder eines geschwächten Immunsystems nicht einfach überall hingehen können.
Und irgendwann besteht das Leben fast nur noch aus Zuhause, Krankenhaus und der ständigen Angst vor dem, was als Nächstes kommt.
Nicht nur die Kinder leiden darunter.
Eltern versuchen irgendwie weiterzufunktionieren. Geschwister müssen zurückstecken. Beziehungen geraten an ihre Grenzen. Familien, die ohnehin um die Gesundheit oder sogar um das Leben eines geliebten Menschen kämpfen, verlieren gleichzeitig immer mehr von dem, was vorher ihr normales Leben war.
Ich weiß, wie sich das anfühlt.
Denn 2023 war ich selbst genau diese Mutter.
Mein Sohn erkrankte an Leukämie.
Auf den Stationen habe ich nicht nur körperlich schwerkranke Kinder gesehen.
Ich habe Kinder erlebt, die psychisch immer mehr abbauten.
Ich habe Eltern erlebt, die vollkommen erschöpft waren.
Ich habe gesehen, wie Familien unter dieser enormen Belastung auseinanderbrachen.
Und ich habe verstanden, dass eine schwere Erkrankung niemals nur einen Körper betrifft.
Sie trifft ein ganzes Leben. Und häufig eine ganze Familie.
In dieser Zeit gab es für meinen Sohn einen Ort, der anders war: unseren Pferdehof.
So schwierig es manchmal war, habe ich alles dafür getan, diesen Ort für ihn zu erhalten.
Denn ich merkte, was dort mit meinem Sohn geschah.
Auf dem Hof war er nicht nur das leukämiekranke Kind.
Er war einfach wieder er selbst.
Wenn er sonst manchmal nur noch wie eine traurige Hülle wirkte, begann er im Kontakt mit den Tieren wieder zu leuchten.
Der Hof wurde sein Anker. Sein sicherer Ort. Sein Safe Space.
Ich konnte sehen, wie sehr ihm diese Momente guttaten. Wie viel Kraft, Normalität und Lebensfreude er dort wiederfand.


In dieser ohnehin schweren Zeit und in der Zeit danach musste auch ich selbst eine Krebserkrankung bewältigen, eine schwere Trennung durchleben und Erfahrungen mit häuslicher und psychischer Gewalt machen.
Ich kenne die andere Seite.
Ich kenne die Angst.
Ich kenne Krankenhausnächte.
Ich kenne das Gefühl, unbedingt stark sein zu müssen, obwohl man selbst eigentlich jemanden bräuchte, der einen hält.
Keine fachliche Qualifikation kann diese Erfahrungen vermitteln.
Gleichzeitig bringe ich die fachliche Erfahrung mit, Menschen professionell durch schwierige Lebensphasen zu begleiten.
Seit 2020 führe ich eine eigene Praxis für psychologische Beratung und Psychotherapie und begleite Menschen durch Krisen, Ängste, Belastungen und herausfordernde Lebenssituationen.
Zusätzlich habe ich mich über viele Jahre in der Arbeit mit Pferden weitergebildet. Ich bin unter anderem Reittherapeutin, Tierphysiotherapeutin und C-Trainerin Reiten und habe verschiedene Fortbildungen zur therapeutischen und pferdegestützten Arbeit absolviert.
Doch gerade durch das, was meinem Sohn und mir widerfahren ist, habe ich noch einmal auf eine ganz andere Weise verstanden, wie unglaublich wertvoll Tiere und ein sicherer Ort sein können.
Auch für mich waren unsere Tiere in den schwersten Zeiten immer wieder ein Halt.
Aber genau dieses Glück hat nicht jeder.
Deshalb soll Wege zum Glück nicht ausschließlich ein Ort für schwerkranke Kinder werden. Auch Eltern, Geschwister und Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen sollen hier Unterstützung finden können.
Wege zum Glück soll für Menschen da sein, die einen Ort zum Aufatmen brauchen, weil ihr Leben plötzlich aus den Fugen geraten ist – ganz egal, in welcher Krise sie gerade stecken.
Bei uns sollen Menschen zunächst einmal ankommen dürfen.
So, wie sie gerade sind.
Mit Angst. Mit Erschöpfung. Mit Tränen. Mit Wut. Mit Hoffnungslosigkeit.
Oder vielleicht einfach nur mit dem Wunsch, für einen Moment nichts leisten und niemandem erklären zu müssen, warum gerade alles zu viel ist.
Sie sollen Raum bekommen, wieder zu atmen, sich sicher zu fühlen und für einen Moment einfach nur Mensch zu sein.
Als mein Sohn an Leukämie erkrankte, waren wir selbst diejenigen, die Hilfe brauchten.
Viele Menschen haben uns damals unterstützt – auch Menschen, die uns überhaupt nicht kannten.
Sie haben gespendet.
Unsere Geschichte geteilt.
Uns Mut gemacht.
Und uns durch eine Zeit getragen, in der wir selbst kaum noch wussten, wie wir alles schaffen sollten.
Diese Hilfe habe ich nie vergessen.


Heute möchte ich daraus etwas entstehen lassen, das weitergeht.
Ich möchte aus der Hoffnung, die uns damals geschenkt wurde, einen Ort schaffen, an dem auch andere Menschen Hoffnung finden können.
Vielleicht können wir eine schwere Diagnose nicht ungeschehen machen.
Vielleicht können wir die Vergangenheit eines Menschen nicht verändern.
Und vielleicht können wir nicht jede Sorge lösen.
Aber wir können dafür sorgen, dass ein Kind für einen Nachmittag wieder lacht.
Dass eine erschöpfte Mutter einmal loslassen darf.
Dass Geschwister wieder gemeinsam schöne Momente erleben.
Dass eine Familie trotz allem für einen Moment einfach wieder Familie sein darf.
Und dass ein Mensch nach langer Zeit wieder spürt:
Das Leben besteht nicht nur aus Angst.
Vielleicht ist genau dieser eine Moment manchmal das, was ein Mensch braucht, um wieder Kraft für den nächsten Schritt zu finden.

Für individuelle Wünsche und Anfragen sind wir jederzeit offen.
Kommt einfach auf uns zu, schreibt uns eine Nachricht über das Kontaktformular, über Mail oder per WhatsApp.



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